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Ein Buchtipp: Luke Haines - Bad Vibes: Britpop und der ganze Scheiss ::

Ein Buchtipp: Luke Haines - Bad Vibes: Britpop und der ganze Scheiss

Er sprang von einer Mauer und brach sich beide Knöchel, um nicht auf Tour gehen zu müssen, wurde schon mal als “Retter des Rocks” bezeichnet und ist wohl der grösste Misanthrop des Britpop: Luke Haines hat ein äusserst unterhaltsames Buch über seine mittelmässige Musikkarriere mitten der 90er Jahre geschrieben.

Normalerweise erzählen Künstlerbiografien Erfolgsgeschichten, garniert mit den üblichen Anekdoten über Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Ganz anders bei “Bad Vibes. Britpop und der ganze Scheiss.” Als Sänger, Musiker und Songwriter ist Luke Haines nie der Erfolg vergönnt gewesen, der ihm seiner persönlichen Meinung nach eigentlich zugestanden hätte. Mit seiner Band The Auteurs erreichte er 1993 mit der Single “Lenny Valentino” zwar Platz 41 in den UK Singles Chart und sie waren sogar für den renommierten Mercury Music Prize nominiert, doch wie Haines selbst sagt: “Ich spürte, wie es auf der Achterbahn bergab ging.”

Und so wartete anstatt der ganz grossen Karriere die musikalische Provinz, verpatzte Touren, geldgierige Labelbosse, durchgeknallte Fans und Reibereien mit anderen Bands. Das Ganze ist ein einziges Desaster, von Haines mit bitterböser (Selbst-)Ironie und jeder Menge Wut im Bauch erzählt. Jeder kriegt sein Fett weg, von Sting (“der Schwachkopf vor dem Herrn”) über David Gray (“pseudo-walisischer Mentalist, der unser Publikum mit seinen endlosen, trübsinnigen, Möchtegern-Roy-Harper-Trauerweisen nervte”) bis zu Blur-Sänger Damon Albarn (“der kleine Scheisser”).

“Bad Vibes: Britpop und der ganze Scheiss” ist himmelschreiend komisch und ganz nebenbei noch lehrreich, lernt man doch Einiges über das Musikbiz in der Prä-Download-Ära.

Das Buch ist seit Ende September auf deutsch erhältlich, alte The Auteurs-Alben findet man bereits ab 5 Franken in den Ramschkisten der Plattenläden.

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